Gemeindeteil Gädheim


Im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 01. Mai 1978 wurden die Orte Gädheim, Ottendorf und Greßhausen, ehemals selbständige Gemeinden, die neu entstandene Gemeinde "Gädheim". Gädheim mit seinen Ortsteilen hat 1312 Einwohner (Stand 1997) und eine Gemeindefläche von ca. 953 ha. Zusammen mit Theres und Wonfurt bildet Gädheim die Verwaltungsgemeinschaft "Theres" mit dem Verwaltungssitz in Obertheres, hat jedoch weiterhin seine Eigenständigkeit mit Bürgermeister und Gemeinderäten.

Gädheim gehört zur Region Main – Rhön, liegt im Maintal und gehört in den Landkreis Haßberge im östlichen Unterfranken. Verkehrsgünstige Lage an B26 und B303 mit Anschluss an die BAB A 70 bescheren der überwiegenden Wohngemeinde eine gute Erschließung. An örtlichen Einrichtungen sind vorhanden ein Mehrzweckgebäude, Schulen, Kindergarten, Kinderspielplätze, Sportplätze, vollbiologische Kläranlage, Bauhof und Wertstoffsammelstelle.

Urkundlich wird Gädheim erstmals im Jahre 1151 erwähnt. Damals nannte man das Dorf noch "Gepewinede". Im Laufe der zeit änderte sich die Schreibweise mehrfach, bis schließlich im 19. Jahrhundert das heute noch gebräuchliche Gädheim festgeschrieben wurde.
Bodenfunde aus der Steinzeit (ca. 3000 v. Chr.) und der Hallstadtzeit (ca. 700 v. Chr.) zeugen von einer frühen Besiedlung der Gegend.

Seit Beginn der frühesten urkundlichen Erwähnungen gehörte Gädheim zum Hochstift Würzburg, in dem die Bischöfe die höchste Staatsgewalt innehatten. Als Folge der 1806 zum eigenständigen Großherzogtum Würzburg, bis es 1814 endgültig ein Teil Bayerns wurde.

Wahre Schmuckstücke sind das 1709 im fränkischen Fachwerkbaustil errichtete historische Rathaus und die 1768/69 im Barockstil mit reicher Rokokoinnenausstattung erbaute Pfarrkirche. Im Rathaus befindet sich das sehenswerte Archiv der drei Gemeindeteile. Die sog. "Handwerksburschenkammer" ist noch im Original erhalten.

Die Gründung Gädheims ist urkundlich nicht erwiesen. Wie jedoch Bodenfunde beweisen, wurde die Gegend bereits in der Steinzeit besiedelt. Ein stattliches Steinmesser aus der Zeit um 3000 v. Chr. befindet sich im Gemeindearchiv. Diese Ursiedler hatten sich wahrscheinlich bereits nach der Eiszeit im jetzigen Maintal, welches ein reiches Nahrungsangebot aufwies festgesetzt. Später habe die Kelten unsere Tal besiedelt. Ein Urnengräberfeld der frühesten Hallstadtzeit um 700 v. Chr. Befindet sich auf Gädheimer Gemarkung. Die reichen Bodenfunde zieren die Ausstellungen des Mainfränkischen Museums Würzburg und der städt. Sammlungen Schweinfurt. Um 600 n. Chr. Begann die fränkische Landnahme. Unter der Korne der Frankenkaiser wurde 741 das Bistum Würzburg mit dem 1. Bischof Burkhard gegründet. Diesem waren die Franken, die ja Soldatenbauern waren, pflichtig. Sie mußten für das geliehene Land (Lehen) den Zehnt entrichten. Den in fränkischer Zeit mit der Landnahme einhergehenden entstandenen Nutzanteil an den Gemeindebesitzungen bezeichnete man später als Gemeinderecht. Diese Rechte bestanden in Gädheim bis zur Ablösung durch die Flurbereinigung 1964 und lassen auf eine Besiedlung bereits um 700 schließen.

Die erste urkundliche Erwähnung ist auf den 08. Julis 1152 datiert. In einer Urkunde des Hochstifts Bamberg ausgefertigt im Kloster Theres erwirbt Bischof Eberhard II. von Bamberg die Burg Nordeck im Frankenwald. Bei dieser Gelegenheit wurde unter anderem auch der Besitz eines Teils der Dorfes "Gepewinede" (=Gädheim) bestätigt. Später gelangte das Dorf über die Henneberger unter die Herrschaft der Würzburger Bischöfe.

Bischof Hermann von Würzburg übergibt am 12. Januar 1254 Wolfram von Euerheim 24 Joch Weinberg und 2 Höfe in "Gebinde" (= Gädheim). Am 05. Juni 1276 überträgt Heinrich von Zabelstein den Zehnt zu "Gebenden" (=Gädheim) dem Kloster Mariaburghausen. Hier beginnt eine Abhängigkeit, die bis zur Säkularisation 1802/03 und darüber hinaus andauert. Die Zehntabgabe wurde bis 1582 an das Kloster entrichtet. Mit dessen Auflösung wurde das Julius-Universitätsrezeptorat Mariaburghausen ins Leben gerufen, welches 1819 in das Universitäts-Rentamt Haßfurt aufging. Auf dies Art und Weise finanzierte über Jahrhunderte der Gädheimer Zehnt die Universität Würzburg mit.

Nach 1276 gelangte ein großer Teil Gädheims durch Kauf oder Schenkung an das Kloster Mariaburghausen. Weitere Grundbesitzer waren die Klöster Ebrach und Theres, sowie die Pfarrei Gädheim.
In den erhaltenen Urkunden und Büchern schreibt sich der Name Gädheim folglich 1151 Gepewinede, 1254 Gebinde, 1276 und 1290 Gebenden, 1328 Gedyme, 1337 und 1384 Gedem, 1395 und 1403 Gedeme, 1575 Gedheim, 1661 Gädtheimb, 1754 Gettheimb, 1786 Gättheim, 1808 Gädheim.
Der Ortsname erfuhr im Laufe der Jahrhunderte eine starke Wandlung. Eine gesicherte Deutung ist derzeit noch nicht möglich.

Nachdem Gädheim seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung zunächst teilweise und ab ca. 1250 vollständig in den Einflussbereich der Würzburger Bischöfe und somit dem Hochstift Würzburg gehörte brachte die Säkularisation mit ihrem endgültigen Verträgen im Jahre 1803 eine Einverleibung in das Kurfürstentum Bayern. Von 1806 bis 1814 wurde das ehemalige Hochstift Würzburg zum eigenständigen Großherzogtum Würzburg unter Ferdinand III. von Toscana. 1814 kommt das Großherzogtum endgültig an Bayern, welches seit 1806 Königreich war. 1919 wurde durch Abschaffung der Monarchie Bayern zu einem Freistaat und gab sich eine demokratische Verfassung.

Bis zum Jahre 1691 wurde der Pfarrer in der seit 1435 eigenständigen Pfarrei Gädheim vom Würzburger Bischof bestimmt. Im besagten Jahre ging dieses sog. Patronatsrecht durch einen Tauschvertrag auf das Kloster Theres über.

1596 kam die hochstiftlichte Verfügung an die Herren Pfarrer, das Personenstandesregister zu führen, so können wir heute die Namen von 34 Pfarrern nachlesen. 2 Pfarrherren des Klosters Theres für Gädheim wurden von ihrem Orden zu Äbten gewählt. Im gleichen Buch stehen die Namen von 26 Lehrern.
1611 griff die Pest nach ihrem ersten Opfer. Der "Schwarze Tod" holte sich 108 Bürger. Den Schrecken kann man nur ermessen, wenn man die damalige Einwohnerzahl von 200 als Vergleich heranzieht.
1709 wurde das historische Rathaus errichtet. Es ist in schlichtem fränkischen Fachwerk gehalten. In den Jahren 1978/80 wurde es von Grund auf renoviert. Im Rathaus befand sich die Gemeindeschmiede und auch das Gefängnis. Hier tagte auch das Dorfgericht und das sog. Schuttmal wurde abgehalten, bei dem die Gemeindeämter wie Heiligenmeister, Fahnenträger, Balgtreter, Glockenläuter und Feuerläufer bestimmt wurden. Der Gemeinderat vergab den Hirten- und Flurerdienst, die Gemeindeschmiede und den Backmeister, die Nachtwache und das Bürgerrecht.
1768/69 wurde die Pfarrkirche im Barockstil erbaut. Die Innenausstattung mit ihren drei Altären ist dem Rokoko zuzuordnen. Die Ausmalung des Innenraumes erfolgte 1898 durch den Würzburger Maler E. Böhler. Die Betstühle stammen aus der ehemaligen Klosterkirche Obertheres und besitzen kunstvoll geschnitzte Wangen des Oberthereser Bildhauers Thomas Wagner aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Mittlerweile wurde die Kirche einer Außenrenovierung unterzogen und eine Innenrenovierung steht bevor.

Im November 1852 fuhr der erste Zug auf der damals sog. Ludwig-West-Eisenbahn durch Gädheim.
1866 wurde ein neues Schulhaus errichtet, weil das alte baufällig geworden war.
1881 wurde anlässlich des 700jährigen Regierungsjubiläums der Wittlesbacher in Bayern die Dorflinde gesetzt, die heute als Schmuckstück des Dorfes unter Naturschutz steht.
1914-18 trugen 37 Männer das graue Kleid, von denen 7 nicht wieder in ihre Heimat zurückkehrten.