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Auszug aus der Ortschronik
Ottendorf Der
Lindenplatz in seiner Geschichte
Seit vielen
Jahrhunderten war der Lindenplatz der religiöse und kulturelle
Mittelpunkt des 1128 in einer Schenkungsurkunde an einen Leudolf von
Ottohohesdorf erstmals urkundlich bezeugten Ortes. Ihn umsäumten
neben den Türkenlinden von 1683 das Gotteshaus, dem hl. Jodokus
geweiht, mit Kirchhof oder Gottesacker, spitzer Achteckhelm.
1151 soll für das
erste, im romanischen Stil errichtete Kirchlein der Grundstein
gelegt worden sein. 1435 werden Gädheim und Ottendorf zur
selbständigen Pfarrei erklärt, Ottendorf deren Filiale. Gegen Ende
des 15. Jahrhunderts Abbruch der Kirche wegen Baufälligkeit und
Neubau eines Gotteshauses im gotischen Stil, Zeugen davon die
Spitzbogenfenster im Turm und (Alt)-Chor. 1516 errichtet Freiherr
Leonhardt von Wenkheim in Ottendorf eine Vikarie, die 1517 Jobst
Ernst von Wenkheim mit mehreren Grundstücken ausstattet, u. a.
verkaufte er dafür das Schlösschen in der Hofstatt mit dem
dazugehörigen Land, vermutlich trägt die Kirche seine Namen.
1541 wird Ottendorf
durch die Herren von Schaumburg lutherisch, die 1513 von den Brüdern
von Rotenhan in Rentweinsdorf ¼ vom Zehnt erworben haben.
1553 plündern im 2.
Markgräfler Krieg die Truppen des wilden Alcibiades das Schloss
unterhalb des Ortes.
1631 legt die
Ottendorfer Gerechtsamkeit Rechte und Pflichten fest, der Ort wird
als Filiale von Gädheim bestätigt.
1672 Wiederaufbau
der Kirche, das ehemalige Portal im Anbau nördlicher Eingang. Sie
wird ausgestattet mit einer kunstvollen, auf gedrehten Pfeilern
ruhenden Holzempore und einer außerhalb liegenden schönen
Barockkanzel. Beide waren von einem Seitenaufgang zu betreten und
fielen dem Anbau zum Opfer; die an der Brüstung der Empore
angebrachten 14 Ölbilder mit Darstellungen von Christus, Maria und
Heiligen blieben erhalten. 1805 erhielt die Kirche einen neuen
Altar. 1809 in der Säkularisierung wird die Abteikirche in
Obertheres abgebrochen, Ottendorf erwirbt den einmalig prächtigen
Baldachin (Traghimmel) aus geblümten Seidenstoff mit
Silberstickerei.
1856 Friedhofskreuz;
1857 wird die Kirche als baufällig bezeichnet. 1927
Kirchenerweiterungsbau für 22 000,- Reichsmark, jedes Gemeinderecht
wird mit 300,- Reichsmark belastet.
Die Gaden:
Kirche und Friedhof waren von einer hohen Mauer umschlossen.
Innerhalb dieser lagen 17, teils halbe, teils ganze Gaden. Diese
Vorratsräume mit Kellern dienten nicht nur als Aufbewahrungsorte für
Lebensmittel, sondern auch als Zufluchtsstätten in Kriegszeiten und
bei Feuersnot. Teile der Mauern, die 1727 zum Teil abgebrochen
wurden, sind noch nördlich und südlich der Kirche zu sehen.
Die Weht
unterhalb davon diente neben ihrer Funktion als Entnahmestelle für
Wasser bei Bränden und zum Gartengießen hauptsächlich als Enten- und
Gänseweiher.
1975 wurde sie zu
einem unterirdischen Wasserreservoir mit 156 cbm Wasserinhalt
umgestaltet und oben teilweise begrünt.
Die Schule
1582 erstmals benannt. 1692 abgebrochen und neu erbaut, als das
spätere Hirtenhaus bekannt. 1965 beim Wohnhausneubau Alois Lang,
heute Lindenplatz Nr. 6, abgebrochen. 1787 Schulhausneubau oberhalb
der alten Kirche, ab 1913 als Hirtenwohnung genutzt, im zweiten
Weltkrieg Russenunterkunft, danach Aufnahmelager für Vertriebene.
1953 wegen Baufälligkeit abgebrochen. 1913 die neue Schule im
Fachwerkbau errichtet, 1 Lehrsaal, übernimmt im Gemeindezimmer und
Archiv die Funktion des an dieser Stelle errichteten Rathauses und
der Gemeindeschmiede deren Wetterfahne die Jahreszahl 1653 trug.
1966 wird die Verbandsschule Theres gegründet, deshalb wird die
Schule 1973 geschlossen. Aus den Schülern werden Buskinder, der
Schulsaal übernimmt verschiedene Funktionen.
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